Kornelkirsche
Kornelkirsche - Cornus mas
April 2003: Altes Kornelkirschen-Bäumchen im Terrassengarten des ehemaligen Bamberger Klosters Michelsberg. Im Hintergrund die Inselstadt mit St. Martin und der Mittelgebirgszug des Fränkischen Jura.

Standort: Bamberg, Terrassengarten der ehemaligen Benediktinerabtei Michelsberg

Synonyme:
Kornelkirsche = Herlitze = Dürlitze = Brustbeere = Gelber Hartriegel = Dirndlstrauch (österreichisch)

Alter:
Die Hochstamm-Bäumchen der Kornelkirsche am Michelsberg demonstrieren durch knorrigen Wuchs und mehrteilige Stämme ihr Alter. Einige Exemplare stammen noch aus der Zeit vor der Säkularisation (18. Jahrhundert), sind also über 200 Jahre alt, auch wenn sie durch den Schnitt gerade Mannshöhe erreichen!
Merkmale:
     gewöhnlich strauchförmiger Wuchs, als Baum bis 8 m hoch; am Michelsberg wird diese Höhe wegen des regelmäßigen Schnitts nicht erreicht.
     Frühblüher: Blüten in gelben Dolden, vor dem Austreiben des Laubwerks im Februar oder März erscheinend
     Fruchtreife ab August; die essbaren Früchte sind kirschähnlich (scharlachrot, oval, 15-20 mm lang) mit einem länglichen Steinkern; eine Verwandtschaft der Hartriegelgewächse mit der Kirsche (Rosengewächse) besteht jedoch nicht.
     Ganzrandige Blätter: Die Blattadern steigen bogig auf, erreichen den Blattrand jedoch nicht (typisch für Hartriegel-Arten).
     sehr hartes, schwer spaltbares Holz (Name: Hartriegel!)
Die Kornelkirsche ist ein Frühblüher: Die gelben Blüten erscheinen vor den Blättern. Im Spätsommer reifen die kirschenähnliche Früchte. Die bogig aufsteigenden Blattnerven enden vor dem Blattrand. (Abb. veränd. aus THOMÉ, O. W.: Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz. Gera, 1885.)
Natürliches Vorkommen:
von Mittel- und Südeuropa bis zum Kaukasus und Mittelasien

Standortansprüche:
genügsam, verträgt sogar trockenen Boden, bevorzugt kalkhaltige Lehmböden.

Name:
Die Bezeichnung Kornelkirsche leitet sich vom lateinischen cornu = Horn ab und soll auf die Härte des Holzes verweisen.
Verwendung:  
     wieder entdecktes Wildobst mit hohem Vitamin C-Gehalt; Verarbeitung der Früchte zu Gelee, Fruchtsaft, Obstwein und Spirituosen (Dirndlschnaps in Österreich, Dernovka-Likör in Russland)
     halbreife Früchte als Olivenersatz
     Kerne der Früchte lieferten früher Rosenkranz-Perlen.
     Erosionsschutz: Die tiefreichenden Wurzeln eignen sich hervorragend zur Abstützung steiler Abhänge. Am Michelsberg befestigen sie die Erdterrassen bis heute erfolgreich.
Ende einer einer Wanderung durch BambergKonfitüre aus Kornelkirsche - ein Genuss!
Historisches:
     Odysseus verarbeitete das harte, schwer spaltbare Holz zu Lanzenschäften.
     Homer berichtet von Kornelkirschen als Schweinefutter.
     Römische Sage: Vom hohen Alter, den die Kornelkirsche erreichen kann, berichtet eine Sage aus dem alten Rom: Auf dem Palatin wuchs noch um die Zeitenwende eine Kornelkirsche, die aus einer Lanze spross, die Romulus 753 vor Chr. als Begrenzung der von ihm gegründeten Stadt in den Boden gerammt hatte.
(c) 2003 Johannes Otto Först
Referat über die Kornelkirsche
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