Schoenlein
Dr. Johann Lukas Schoenlein
Lebenslauf und Bedeutung

Denkmal für Johann Lukas Schoenlein am Schönleinsplatz. Die Marmorbüste wurde von dem Prof. Carl Ritter von Zumbusch (1830-1915) geschaffen und von deutschen Ärzten 1874 gestiftet.
Der Schönleinsplatz als Verkehrsdrehpunkt im Zentrum Bambergs wurde nach dem bedeutenden Bamberger benannt, der in der Oberen Königstraße 7 geboren wurde und wohnte. Sein Sterbehaus ist Obere Königstraße 50.
1793:
30.11.: Geburt in Bamberg als Sohn des Seilermeisters Thomas Schoenlein (Schönlein)
1804:
Schüler an der Studienanstalt, heute: Kaiser-Heinrich-Gymnasium
1811:
Student an der Universität Landshut
1816:
Promotion zum  Doctor medicinae in Würzburg
1820:
außerordentlicher Professor, 1824 ordentlicher Professor der Pathologie und Therapie in Würzburg
1824:
Leitung des Juliusspitals in Würzburg, das in den Folgejahren zu einer der ersten medizinischen Adressen in Deutschland avanciert.
1832:
Entlassung in Würzburg wegen liberaler politischer Ansichten; Strafversetzung als Kreismedizinalrat nach Passau - Schönlein scheidet aus dem bayerischen Staatsdienst aus. Flucht in die Schweiz.
1833:
erster Professor für Medizin an der Hochschule Zürich
1839:
Professor an der Universität Berlin
1842:
königlicher Leibarzt von König Friedrich Wilhelm IV. (1840-1861)
1859:
Rücktritt von allen Ämtern, Ruhestand in Bamberg
1864:
23. Januar: Tod in Bamberg
Schoenlein gilt als einer der wesentlichen Begründer der wissenschaftlichen Medizin. Er entwickelte oder übernahm naturwissenschaftliche Methoden für den Klinikalltag (z. B. Perkussion und Auskultation: Krankheitsdiagnose durch Abklopfen des Körpers mit Finger und Hand bzw. Abhorchen mit dem Stethoskop), beschrieb zahlreiche Krankheitsbilder, z. B. die Schoenlein-Henochsche Purpura, eine Blutfleckenkrankheit. Er "gilt als Wegbereiter der mykologischen Dermatologie (entdeckte als Ursache des Erbgrindes oder Favus einen nach ihm benannten Fadenpilz: Trichophyton scheonleinii); führte Digitalis (Roter Fingerhut) in die therapeutische Praxis ein. (FREUDIG [1996], S. 367)
Die Krankheitsbezeichnungen Hämophilie (Bluterkrankheit) und Tuberkulose ("Schwindsucht") gehen auf Schönlein zurück.
Die wesentlichen Methoden der  modernen Diagnose und Therapie wurden von Schönlein eingeführt:
   Erforschung der Krankheitsgeschichte
   Einsatz des Mikroskopes
   chemische Analyse von Blut und Urin
   pathologische Untersuchung von Verstorbenen
Von der Militärmedizin übernahm Schönlein die Unterrichtung von Studenten am Krankenbett.
Berühmtester Schüler Schönleins war der Pathologe Rudolf Virchow (1821-1902), der in seiner Gedächtnisrede auf Schönlein betonte: "Keiner ... hat Schönlein das Verdienst bestritten, dass er zuerst die Methode der deutschen Klinik festgestellt habe."  (Zitiert aus http://www.whonamedit.com/doctor.cfm/353.html)

Quellen:
FREUDIG, D. u. a. (Red.): LEXIKON DER NATURWISSENSCHAFTLER: Astronomen, Biologen, Chemiker, Geologen, Mediziner, Physiker. Heidelberg, Berlin; Oxford: Spektrum, 1996, S. 367.
SCHEMMEL, B.: Johann Lukas Schönlein. Arzt und Mäzen. Ausstellungskatalog der Staatsbibliothek Bamberg; 1993.
Who Named it? - Johann Lukas Schönlein, Biographie und Bibliographie. (Ausführliche Biographie) http://www.whonamedit.com/doctor.cfm/353.html     
WUSSMANN, W.: Bamberg-Lexikon von ... Apfelweib bis ... Zwiebeltreter. Ein Nachschlagwerk mit weit über 1000 Begriffen und Namen, die für Bamberg von Bedeutung sind. Bamberg: Erich Weiß Verlag, 1996; S. 117.