Buseck

Ende des Fürstbistums Bamberg
Fürstbischof Christoph Franz von Buseck duldet die Besetzung Bambergs

Am 31. August 1802 erhielt der bayerische Kurfürst Max IV. Joseph vom  Bamberger Fürstbischof Christoph Franz von Buseck, der als 70-jähriger 1795 den Bischofsstuhl erhalten hatte, die Mitteilung, dass er keinen Widerstand beim Einzug der kurfürstlichen Truppen in das Hochstift Bamberg zu erwarten hätte. So willigte er zumindest faktisch in die Realisierung der Säkularisation,  die unter Druck von Napoleon ausgeführt wurde, ein.

Zuvor war dem Geistlichen schon der Einzug der bayerischen Truppen durch den bayerischen Regenten angekündigt worden. Die Bamberger und fränkische Bevölkerung erlebt dies immer noch als Unrecht, denn es wurde nicht nur das Fürstbistum Bamberg aufgelöst, sondern es wurden auch nahezu alle geistlichen Einrichtungen aufgelöst, klein oder groß machte dabei keinen Unterschied, und die Kunstschätze, Handschriften und liturgischen Geräte "verschleppt". Davon befindet sich nur noch ein minimaler Teil in Bamberg oder Umgebung.

Trotz aller Leiden öffnete die Säkularisation auch neue Türen, wie zum Beispiel die Neuordnung der Seelsorge, die 15 Jahre  später mit der Gründung des Erzbistums Bamberg erfolgte. Auch bestand nun die Möglichkeit eine moderne Verwaltung und eine finanziell besser fundierte Hochschulausbildung einzuführen. Auch fiel Bamberg vom Rang der Landeshauptstadt nun zu einem der vielen Provinzstädte herunter, so forderte es viel Mühe wieder in die Rolle des Oberzentrums zurückzufinden. Schon vor der rechtlichen Neuordnung im Februar 1803, nämlich im September 1802, hatten die blau-weißen Soldaten auch das Fürstbistum Würzburg besetzt, wie auch das Fürstbistum Bamberg, doch weder die Bevölkerung, noch die 500 Soldaten des Bamberger Militärs scheinen Widerstand geleistet zu haben.

Spätestens mit der Entbindung der Bamberger Bürger von ihrem Eid gegenüber dem Fürstbischof Ende November 1802 war die 800-jährige politische Herrschaft der Bamberger Bischöfe zu Ende. Am Schluss reichte das Hochstiftsgebiet  von Teuschnitz im Frankenwald bis Herzogenaurach bei Erlangen und hatte 150 000 Einwohner.

Kurz nachdem die bayerischen Truppen in  das Hochstiftsgebiet einmarschiert waren, wurde von kurfürstlichen Beamten das Gebiet mit der ehemaligen Residenzstadt verwaltet. Auch die Landesfestungen Forchheim und Kronach standen unter ihrer Macht. Ein Generalkommissar hatte nun die Leitung über das zur kurbayerischen Provinz degradierte Bamberg. Die sichtbare Folge des Besitzübergangs war die Anbringung des  bayerischen Löwen an den Stadttoren am 28. November 1802. Die Klöster wurden nicht nur enteignet, sondern auch die darin lebenden Gemeinschaften, mit Ausnahme der Englischen Fräulein, wurden aufgelöst

Auch wurde auf Befehl der kurfürstlichen Regierung das Bamberger Domkapitel aufgelöst. Der Bischofsstuhl blieb nach dem Tode Busecks [1805] sogar bis 1817/18, dem Jahr des Konkordats zwischen dem Vatikan und Bayern, leer. Durch die Schließung selbst kleiner Kapellen ging ein Teil der Vielfalt der gelebten Frömmigkeit verloren. Um den staatlichen Absolutismus nicht in Frage zu stellen, wurde im September 1803 offiziell die Bamberger Universität geschlossen. Die auf das 17. Jahrhundert zurückgehende akademische Tradition wurde auf die Ausbildung von Klerikern in Form eines Lyzeums beschränkt. Das Priesterseminar am Bamberger Maxplatz jedoch blieb erhalten. Bis die akademische Bildung nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zu neuer Blüte kam, vergingen 150 Jahre.  
Jonas Seeberger, 8a (Nov. 2002)

Quelle:
UNGERER, L.: Kunstschätze geraubt, Seelsorge neu geordnet. Vor 200 Jahren gab Bambergs Fürstbischof seinen Widerstand gegen Bayerns Einmarsch auf. Heinrichsblatt 37/2002, 17.
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