| Ausstellung |
| Denkmalpflege im Klassenzimmer |
| Engagement: Die Ausstellung mit dem Titel Der Stein beginnt zu reden - Schüler helfen in der Sparkasse, Lange Straße, zeigt bis zum 25. Januar, wie erfolgreich schulische Inhalte mit Denkmalpflege verknüpft werden können. |
| von Gertrud Glössner-Möschk |
| Bamberg. Das haben Heide Ibach, die Schülerinnen und Schüler des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums, die Lehrer und alle übrigen Beteiligten wirklich verdient: Eine Ausstellung in der Schalterhalle der Sparkasse Bamberg in der Langen Straße fasst zusammen und würdigt, was das KHG in Zusammenarbeit mit der Ibach-Denkmal-Stiftung in den letzten fünf Jahren für die Denkmalpflege in Bamberg geleistet hat. |
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| Heide Ibach präsentiert die Wanderausstellung, die bis 25. Januar in der Sparkasse Bamberg zu sehen ist. MdL Melanie Huml will sich dafür einsetzten, die Schau in den Landtag nach München zu bringen. | |
| Kurz zusammengefasst sind es zwei Projekte, die seit 2001 realisiert wurden: die Restaurierung der Rotenhanschen Marter in der Sandstraße und die des siebenteiligen, aus dem Jahre 1504 stammenden Kreuzwegs, der von der Sandstraße zum Aufseesianum führt. Das dritte Projekt, die Sanierung des Kaiserportals an der Kirche St. Michael, das Heinrich, Kunigunde und den Erzengel Michael zeigt, wird im Sommer dieses Jahres fertig. Und danach warten neue Aufgaben... |
| Überall Anknüpfungspunkte |
| Im Kaiser-Heinrich-Gymnasium gehen seit 2001 viele Unterrichtsthemen von den jeweiligen Sanierungsobjekten aus. Ob Geografie, Geschichte, Latein, Kunst, Biologie, Chemie, Griechisch oder Latein: Überall gibt es Anknüpfungspunkte - mit dem Effekt, dass die Schüler hoch motiviert sind, weil sie aus dem Gelernten sofort praktischen Nutzen ziehen können (zum Beispiel bei der Übersetzung griechischer und lateinischer Inschriften und Texte) und sich mit ihrer Stadt identifizieren. Die Motivation reicht so weit, dass die Jugendlichen eine Menge Freizeit opfern, um das nötige Geld für die Sanierungen zu sammeln. Bei Schulfesten, Flohmärkten, einer Haussammlung und unzähligen weiteren Aktionen ist bisher die unglaubliche Summe von 80000 Euro zusammengekommen. |
| Antrag in Latein formuliert |
| Der Sammelfleiß brachte Zuschussgeber wie die Ibach-Stiftung, die Oberfrankenstiftung, die Sparkasse Bamberg und andere dazu, ihrerseits die Börsen öffnen. So konnten insgesamt 200000 Euro für Restaurierungen ausgegeben werden. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt war vom KHG-Projekt derart begeistert, dass sie die Finanzierung von vier Kreuzwegstationen zusagte, wenn es den Schülern gelänge, das Geld für drei zu sammeln. Den KHGlern gelang nicht nur das, sondern auch noch, den Antrag auf Bezuschussung in Latein zu verfassen! Wegen ihres beispielgebenden Engagements waren KHG-Schüler schon zu Tagungen eingeladen und haben mehrere Preise erhalten, zuletzt im Oktober 2006 den Kulturpreis des Frankenbundes. |
| Angestoßen wurde das Projekt im Jahre 2001 von Heide Ibach, die damals schon überzeugt war, dass sich schulische Inhalte und Denkmalpflege bestens verknüpfen lassen. Beim Kaiser-Heinrich-Gymnasium, der Schule, in der ihre Tochter Abitur gemacht hatte, stieß sie auf offene Ohren und engagierte Lehrer. Bei der Ausstellungseröffnung in der Sparkasse wünschte sie sich, dass das Projekt auch anderswo Schule machen möge. |
| Bürgermeister Werner Hipelius sprach in seiner Eröffnungsrede von der Verpflichtung zum Erhalt historischer Baudenkmäler, die der Stadt Bamberg durch die Ernennung zum Weltkulturerbe auferlegt worden sei. Diese gelte auch für die nachfolgenden Generationen, weshalb es mehr als sinnvoll sei, den Auftrag in der Schule zu vermitteln. |
| Oberstudiendirektor Brunner beleuchtete einen weiteren Aspekt. Er beobachtet ein Nachlassen des kulturellen Gedächtnisses. Um zu leben und um eine Zukunft zu haben, brauche der Mensch dieses Gedächtnis, sonst drohe der Verfall einer Gesellschaft. Das Gleiche gelte für Denkmäler aus Stein, die nicht nur von Umweltverschmutzung bedroht seien, sondern mehr noch durch die Gleichgültigkeit. Deshalb könne die Arbeit der Schüler nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie schwimmen gegen die Strömungen der Zeit. |
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| Ein Quartett des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums umrahmte die Ausstellungseröffnung musikalisch. Fotos: Peter Drescher |
| Weitere Fotos der Ausstellungseröffnung (09.01.2007) |
| Quelle: |
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